FachthemenRund um Demeter

Die Deregulierung der neuen Gentechnik in der EU hat auch Auswirkungen auf die Schweiz. In einem Appell verlangt die Schweizer Allianz Gentechfrei (SAG) von Bundesrat und Parlament, die Wahlfreiheit der Konsument*innen sowie die gentechfreie Landwirtschaft zu schützen.

Die bevorstehende Deregulierung in der EU für Pflanzen aus neuer Gentechnik (NGT) hat auch Auswirkungen auf die Schweiz. Am 17. Juni 2026 stimmte das EU-Parlament einer Richtlinie zu, die es den Mitgliedsstaaten erlaubt, Pflanzen, die mit gentechnologischen Methoden wie CRISPR/Cas bearbeitet wurden, für Anbau und Handel zuzulassen.
Dabei erteilt die EU-Richtlinie drei zentralen Forderungen des Biolandbaus eine Absage, welche das Nebeneinander unterschiedlicher Produktionssysteme sowie Sicherheit, Transparenz und Wahlfreiheit ermöglicht hätten: Risikoprüfung, Koexistenz-Regeln und Deklarationspflicht.

  • Risikoprüfung würde sicherstellen, dass mögliche Auswirkungen der neuen Gentechnik auf Umwelt, Biodiversität und Gesundheit vor der Zulassung wissenschaftlich beurteilt werden.
  • Koexistenz-Regeln würden Vorgaben schaffen, damit NGT-, konventionelle und biologische Landwirtschaft nebeneinander bestehen könnten. Durch Massnahmen wie Abstände, Rückverfolgbarkeit oder Haftungsregelungen würde das Risiko unbeabsichtigter Vermischungen reduziert und die Wahlfreiheit der Produzent*innen geschützt.
  • Deklarationspflicht würde für Transparenz entlang der Wertschöpfungskette und gegenüber den Konsument*innen sorgen. Produzenten, Verarbeiter, Handel und Käufer können bewusst entscheiden, ob sie NGT-Produkte kaufen oder darauf verzichten möchten.

Dass die EU in ihrer Deregulierung auf diese Instrumente verzichtet, hat auch Auswirkungen auf die Schweiz. Hier bleiben die bestehenden Deklarations- und Prüfpflichten gemäss dem Gentechnikgesetz zwar in Kraft. Sobald jedoch die ersten NGT-Pflanzen in der EU zugelassen werden, steht der Bundesrat vor einer grossen Herausforderung. Er muss sicherstellen, dass die Schweizer Gesetzgebung durchgesetzt wird und verhindern, dass undeklarierte gentechnisch veränderte Produkte in die Schweiz importiert werden.

In einer Interpellation fragt der Zuger Mitte-Ständerat Peter Hegglin, wie der Bundesrat verhindern will, dass NGT-Lebens- und Futtermittel ohne Kennzeichnung in der Schweiz in Verkehr gebracht werden. Zudem erkundigt er sich, ob es technische Nachweismethoden gibt, um Importe aus der EU auf gentechnische Veränderungen zu kontrollieren.
Die SAG, bei der Demeter Schweiz Mitglied ist, fordert den Bundesrat und das Parlament in einem Appell auf, die Wahlfreiheit der Konsument*innen und die gentechnikfreie Landwirtschaft aktiv zu schützen. Unterstützen Sie den Appell und setzen Sie ein Zeichen für eine gentechnikfreie Zukunft.