Häufige Fragen von Konsument*innen

Wo sind Demeter-Produkte erhältlich?

Unter Verkaufspunkte finden haben wir für Sie zusammengestellt, wo überall Demeter-Produkte zu finden sind. Das Verkaufsstellennetz wird laufend erweitert.

Wo kann ich Hofläden finden?

Sie finden Demeter-Produzenten auf unserer Website: Höfe finden

Sie können nach Region und/oder Kategorie filtern. Suchtipps helfen Ihnen bei der Suche.

Kann ich bei Demeter direkt Demeter-Produkte bestellen?

Die Demeter Geschäftsstelle ist für die Labelvergabe, den Labelschutz und die Labelförderung zuständig. Sie verkauft selbst keine Produkte. Demeter-Produkte finden Sie in Bio- und in Hofläden, in Coop und Migros, auf dem Markt oder in Online-Shops.

Eine Übersicht über Verkaufspunkte mit Demeter-Sortiment finden Sie unter Verkaufspunkte finden

Alle Demeter-Höfe finden Sie unter Höfe finden. Hier können Sie nach Region oder Kategorie (zum Beispiel „Hofladen“) filtern.

Wo finde ich Demeter-Rohmilch?

Vielleicht haben Sie einen Demeter-Hof mit Milchkühen in Ihrer Nähe, wo Sie nach Rohmilch fragen können, oder Sie lassen sich im Biofachgeschäft Demeter-Rohmilch von der Sennerei Bachtel bestellen – die meisten führen sie nicht automatisch im Sortiment.

Eine etwas umständlichere Möglichkeit ist das Bestellen per Online-Shop.

Unser Hof-Finder sowie der Verkaufspunkte-Finder sind dabei hilfreich.

Wo finde ich Demeter-Milch in Glasflaschen?

Im Handel ist die Bachtel-Rohmilch in Glasflaschen erhältlich. Fragen Sie in Ihrem Biofachgeschäft danach. Unser Verkaufspunkte-Finder ist dabei hilfreich.

Es gib auch Bauernbetriebe, die Rohmilch in ihrem Hofladen anbieten. Mittels des Hoffinders können Sie herausfinden, welche Höfe bei Ihnen in der Nähe sind und dort direkt anfragen, ob Sie bei ihnen Rohmilch im eigenen Milchgeschirr beziehen können.

Alle Demeter-Höfe finden Sie unter Höfe finden. Hier können Sie nach Region oder Kategorie (zum Beispiel „Hofladen“) filtern.

Wo sind «Hahn im Glück»-Poulets bzw. Junghähne und -Suppenhühner erhältlich?

Demeter-«Poulets» gibt es nicht. Demeter befürwortet das Aufziehen der Fleischlinie nicht, da deren Fütterung eine direkte Konkurrenz zur menschlichen Ernährung ist und mit viel Tierleid verbunden ist. Es gibt jedoch Demeter-«Hahn im Glück»-Hähne und -Suppenhühner – seit 2019 gelten für die gesamte Demeter-Geflügelhaltung die «Hahn im Glück»-Richtlinien. Die männlichen Bibeli wachsen nach biodynamischen Richtlinien auf und kommen später als Demeter-Junghahnfleisch auf den Markt. Zunehmend wird extensives Zweinutzungs-Geflügel aus ökologischer Tierzucht gehalten, bei dem Legeleistung und Fleischansatz ausgewogen sind.

  • Hier finden Sie Demeter-«Hahn im Glück»-Junghähne, -Suppenhühner und -Eier
  • Hier finden Sie Eier und Fleisch aus Demeter-Zweinutzungs-Geflügelhaltung

Wo sind «Rind im Glück»-Produkte aus mutter- oder ammengebundener Kälberhaltung erhältlich?

Wo kann ich den biodynamischen Kalender beziehen?

Biodynamischer Kalender Infos und Download

Gibt es einen Demeter-Saison-Kalender?

Demeter Schweiz bietet selbst keinen Saison-Kalender an. Sie finden Informationen auf der Website von Demeter Deutschland: Demeter Deutschland | Saisonkalender

Was ist das Besondere bei der Demeter-Verarbeitung?

Die Weiterverarbeitung der biodynamisch erzeugten Produkte und der Handel unterliegen strenger Vorschriften, damit die hohe Qualität der Lebensmittel erhalten bleibt. Demeter steht für die schonendste Verarbeitung. Zum Beispiel:

  • Biodynamische Milch von Kühen mit Hörnern und viel Raufutter: Die Milch wird nicht homogenisiert, rahmt auf und schmeckt besonders milchtypisch.
  • Die Milch wird weder hochpasteurisiert noch UHT-behandelt. Auf alle Verarbeitungschritte, die Fett- und Eiweissmoleküle beschädigen, wird verzichtet, weil diese sich negativ auf das sensorische Erlebnis und das Wohlbefinden auswirken.
  • Milch, Fleisch und Eier von unversehrten Tieren, die im Krankheitsfall prioritär nach dem homöopathischen Prinzip behandelt werden
  • Lebensmittel pur: Nur 24 produktspezifische Zusatzstoffe sind zugelassen
  • Fleisch- und Wurstwaren enthalten kein Nitritpökelsalz
  • keine Getreidestärke und Gluten in Teigwaren
  • keine phosphathaltigen Backtriebmittel
  • Salz ohne Jod und Fluor
  • Reiner Wein, der das Terroir besonders gut zur Geltung bringt und reich an sekundären Pflanzenstoffen ist, da die Maischeerhitzung nur bis 35 Grad erlaubt ist
  • Saft ist immer Direktsaft (kein Konzentrat)
  • Honig wird nie über die natürliche Temperatur des Bienenstocks erwärmt
  • keine Mikrowellenbehandlung und Bestrahlung zur Haltbarmachung
  • keine Begasung mit chemischen Konservierungsmitteln

Gibt es eine Liste mit allen erlaubten Hilfsstoffen und Verfahren in der Demeter-Verarbeitung?

In den Demeter-Richtlinien finden Sie alle erlaubten Verfahren. Es gibt eine allgemeine Richtlinie sowie produktbezogene Anhänge. Die erlaubten Hilfsstoffe finden Sie unter 7.16.8. – Zugelassene isolierte Substanzen und Inhaltsstoffe, S. 160.

Warum sind Demeter-Produkte in Plastik verpackt?

Demeter behandelt die Verpackungsfrage auf internationaler Ebene. In der Schweiz ist die Verpackung von frischem Obst und Gemüse in mineralölbasierten Kunststoffen nicht mehr zulässig.

Warum sind Demeter-Produkte im Offenverkauf mit Logo-Kleberli versehen?

Der Kleber ist bisher noch nötig, um auch Demeter-Produkte im Offenverkauf anbieten zu können. Demeter-Produkte müssen vom Feld bis ins Verkaufsregal höchsten Ansprüchen genügen. Der Demeter-Kleber unterscheidet sie klar von konventionellen bzw. Bio-Knospe-Produkten. Damit wird der Offenverkauf von Demeter-Produkten möglich und der Verpackungsberg kleiner.

Offenverkauf ist konsumentenfreundlich und vermindert Food Waste. Der Klebstoff ist lösungsmittelfrei und haftet relativ stark auf der Oberfläche von wasserabstossenden Oberflächen.

Ist die Verpackung bei veganen Demeter-Produkten ebenfalls vegan?

Die biodynamische Landwirtschaft schreibt für einen in sich geschlossenen Hofkreislauf die Tierhaltung vor – Demeter ist deshalb kein veganes Label. Aus diesem Grund existieren bezüglich veganer Verpackung auch keine Demeter-Vorschriften.

Demeter-Produkte, die mit dem «V-Label» ausgezeichnet werden, halten die Vorschriften von Swissveg ein, welche auch Verpackungsvorschriften beinhalten.

Werden Demeter-Käse mit mikrobiellem oder tierischem Lab hergestellt?

Die Demeter-Richtlinien schreiben die Verwendung von mikrobiellem Lab nicht vor. Sie finden alle Angaben dazu in den Demeter-Richtlinien, 7.7.4. Zutaten, Zusatzstoffe und Verarbeitungshilfsstoffe – Milch und Milchprodukte,

Das heisst, dass Sie immer am Verkaufsort erfragen müssen, welches Lab der von Ihnen gewählte Käse enthält.

Eine Anmerkung: Wenn Sie als Vegetarier*in Demeter-Milchprodukte geniessen, bedeutet dies, dass für das Weiterfliessen des Milchstroms immer wieder ein Kälbchen geboren werden muss. Nicht alle Kälbchen werden später Milchkühe … Damit diese „überschüssigen“ Kälber im Demeter-Kreislauf bleiben dürfen, müssen Demeter-Landwirt*innen jedem Kalb die Möglichkeit geben können, mit Muttermilch aufzuwachsen und ein gesundes Immunsystem zu entwickeln. Diese meist männlichen Rinder kommen später als Demeter-Rindfleisch auf den Markt. Erst wenn genügend Konsument*innen das Fleisch dieser Rinder kaufen, ist der Milch-Fleisch-Kreis geschlossen. Angesichts dieser Tatsache dürfen Sie als Vegetarier*in bedenkenlos Käse geniessen, der mit tierischem Lab hergestellt wurde.

Warum ist Teilentrahmung und Ultrafiltration der Milch bei der Joghurtverarbeitung erlaubt?

Entrahmt mittels Zentrifuge wird auch bei der Herstellung von Drink-Milch sowie z.B. Magerquark oder Halbfett-Käse. Die Vollmilch, die als solche in die Läden kommt, wird nicht standardisiert (d.h. nicht entrahmt, zerlegt und anschliessend wieder «aufgefettet».)

Die Ultrafiltration ist für die Joghurtherstellung seit 2018 erlaubt. Vorher schon erlaubt war das Eindampfen unter Vakuum sowie das Verdampfen in einem Fallstromverdampfer und Mehrstufenverdampfer. Das Ziel all dieser Verfahren ist es, die Trockenmasse zu erhöhen, d.h. ein Produkt cremiger zu machen, was ein Konsument*innenbedürfnis ist.

Technologien einzuschätzen und gegeneinander abzuwägen ist die Aufgabe der Markenschutzkommission. Sie ist zum Schluss gekommen, dass ein Ultrafiltrieren von fettfreier Milch zugelassen wird. Das Fett in der Milch wird nicht geschädigt, wie es z.B. bei der Homogenisierung der Fall ist.

Es wird nur ein kleiner Teil der Milch ultrafiltriert – der grösste Teil wird nicht behandelt. Als Zeichen der Transparenz wird dies auf dem Produkt deklariert – dies ist sonst nicht üblich, weil es gemäss Lebensmittelverordnung oder Bio-Richtlinie nicht deklariert werden muss; zudem ist für die Konsument*innen nicht nachvollziehbar, wie ein Joghurt hergestellt wird.

Durch die transparente Deklaration auf den Demeter-Produkten haben Demeter-Konsument*innen die Wahl, welches Joghurt sie konsumieren möchten.

Warum ist Demeter-Milch in PE-Flaschen erhältlich?

PE-Flaschen bieten unter anderem einen guten Lichtschutz. Und schliesslich werden sie recycliert – falls man sie fachgerecht entsorgt, also entweder an die Verkaufsstelle zurückbringt, falls diese eine Rücknahme anbietet, oder an einer öffentlichen Sammelstelle entsorgt.

Jede Verpackung hat ihre Vor- und Nachteile. Glasflaschen bieten vom Material her den besten Produktschutz, sind aber nicht die ökologischste Variante: Hohes Gewicht, das sich beim Transport in einem hohen Kraftstoffverbrauch niederschlägt, grosser Energieaufwand bei der Herstellung und aufwändige Reinigung bei Mehrwegflaschen sind Nachteile, die ins Gewicht fallen.

Sind keine Qualitätseinbussen durch PE-Flaschen zu erwarten?

Es wurden unseres Wissens bisher keine feinstofflichen Untersuchungen gemacht hinsichtlich eines möglichen Einflusses der Verpackung auf die Vitalqualität der Milch. Eine pasteurisierte Demeter-Milch ist aber punkto Vitalität jeder anderen Pastmilch überlegen. Die ur-gesunde Grundqualität dank wesensgerechter Haltung und Fütterung bleibt auch dann erhalten, wenn die Milch nicht „frisch ab Kuh“ genossen werden kann. Und unabhängig von der Verpackung: Demeter-Milch ist nicht homogenisiert und dadurch oft besser verträglich.

Warum schäumt Demeter-Milch nicht immer gleich gut auf?

Demeter-Milch ist weder homogenisiert noch standardisiert. Das heisst jedoch nicht, dass Cappuccino- und Demetermilch-Fans auf den perfekten Milchschaum verzichten müssen.

Die folgenden Faktoren beeinflussen beeinflussen generell das Aufschäumverhalten der Milch:

  • Ein tiefer Fettgehalt verbessert die Schaumstabilität: Magermilch mit einem tiefen Fettgehalt gibt den festesten Schaum, ähnlich geschlagenem Eiweiss
  • Umgekehrt auch: je höher der Eiweissgehalt¹ in der Milch, desto stabiler wird der Schaum
  • ein hoher Fettgehalt ergibt einen cremigen, sämigen Schaum
  • Temperatur bzw. Art der Aufschäumung, mechanische Schäumung oder Dampfschäumung: Wird die Temperatur zu hoch bei der Dampfschäumung, werden Proteine denaturiert, wodurch die Schaumstabilität negativ beeinflusst wird
  • Tendenziell wird der Schaum mit Dampfschäumung stabiler als mechanisch erzeugter Schaum
  • Grundsätzlich ist höher erhitzte Milch leichter schäumbar als tieferhitzte Milch; wird tieferhitzte Milch verwendet, sollte diese möglichst frisch sein
  • Je standardisierter und mehr behandelt eine Milch ist, desto reproduzierbarer wird das Aufschäumverhalten

Demeter-Milch ist ein Naturprodukt, und als solches ist sie jahreszeitlichen Schwankungen unterworfen. Die Fütterung, das Wetter und weitere Faktoren beeinflussen die Kuh. Grosse Hitze zum Beispiel kann unter Umständen Stress bedeuten. Die Milch ist im Hochsommer nicht genau gleich wie zu Weihnachten, und auch die Fütterung spielt eine Rolle.

Speziell bei der Demeter-Milch ist der Verzicht auf die Homogenisation. Bei der Homogenisierung werden die Fettmoleküle unter hohem Druck zerkleinert und mit dem Wasseranteil emulsionsartig vermischt. Das Fett in der Demeter-Milch ist also nicht homogen verteilt, und deshalb rahmt sie auf.

Schütteln oder nicht? Effekte beim Aufschäumen von nicht-homogenisierter Milch

  • Die Milch wird vor dem Schäumen aufgeschüttelt. Dadurch werden die zu Fettträubchen zusammengelagerten Fettkügelchen wieder voneinander getrennt, was positiv ist für das Aufschäumen und die Schaumstabilität.
  • Die Milch wird wenig bis gar nicht geschüttelt. Der erste Teil der Milchpackung hat einen höheren Fettgehalt als der Zweite. Die ungleiche Zusammensetzung hat wie eingangs erwähnt unterschiedliche Einflüsse auf das Aufschäumen.
  • Wenig behandelte Milch sollte möglichst frisch verwendet werden.

Fazit: Sowohl Fett- wie auch Eiweissgehalt bestimmen das Schäumverhalten. Ein tiefer Fettgehalt ergibt einen festeren, eiweissartigen Schaum, ein erhöhter Fettgehalt ergibt einen etwas weniger stabilen, dafür cremigen Schaum. Fakt ist, dass einer der besten Schweizer Baristas an Wettbewerben und Shows ausschliesslich Demeter-Milch verwendet. Und sein Milchschaum ist ein Traum!

 

¹ Thomas Vilgis, Physiker, Autor „Molekulare Küche (zitiert auf KaffeeWiki): «Für mein Dafürhalten sind die Eiweisse wichtiger. Für einen stabilen Schaum brauchen Sie immer grenzflächenaktive Moleküle, also solche Moleküle, die sowohl Wasser als auch Fett mögen, die sich also nicht entscheiden können, wo sie wirklich hinmarschieren sollen. Daher bleiben sie immer an Grenzflächen sitzen. Beim Milchschaum gibt es zwar Fett, aber auch viel Luft in den Bläschen. Das Fett bleibt in den Milchstegen zwischen den Luftbläschen emulgiert. Die Molkenproteine (lactoglobuline) werden (wie beim geschlagenen Eiweiss) für die Schaumstabilität sorgen. Daher funktioniert Milchschaum sowohl bei Vollfettmilch als auch bei entrahmter oder Halbfettmilch nahezu gleich gut.»

Nutri-Score und Demeter?

Demeter-Lizenznehmer*innen und -Produzent*innen sind frei, den sogenannten Nutri-Score auf ihren Verpackungen anzubringen. Die Einstufungen des Nutri-Score in die Kategorien A bis E beziehen sich auf die Nährstoffzusammensetzung der Lebensmittel. Entwickelt wurde dieser pauschale Indikator von Santé publique France.  Die Produktionsmethode, der Gehalt an Zusatzstoffen oder der Verarbeitungsgrad werden jedoch grösstenteils nicht in die Bewertung miteinbezogen, obschon diese ebenfalls einen grossen Einfluss auf die Gesundheit des Menschen haben können.

Mit dem Kauf von Demeter-Produkten können Konsument*innen darauf vertrauen, dass sie eine konsequent naturnahe und nachhaltige Landwirtschaft fördern und schonend verarbeitete Lebensmittel konsumieren, die, wenn überhaupt, nur mit einer geringen Anzahl an Zusatz- und Verarbeitungshilfsstoffen hergestellt worden sind.

Das Ziel der biodynamischen Anbau- und Verarbeitungsweise sind gute, vitale Lebensmittel, die die Menschen stärken – was weit über eine durch einen Algorithmus bewertete Nährstoffzusammensetzung hinaus geht.

Was ist biodynamische Landwirtschaft?

Demeter ist die erste biologische Anbaumethode überhaupt. Rudolf Steiner gab 1924 Anregungen zu einer biologisch-dynamischen Landwirtschaft und schuf somit die Grundlage für den 1937 gegründeten Anbauverein Demeter, der Beginn der organisierten Bio-Landwirtschaft überhaupt.

Rosa und Konrad Oswald stellten bereits 1930 ihren Hof in Klarsreuti im Kanton Thurgau auf biologisch-dynamische Landwirtschaft um und waren somit die ersten Bio-Bauern der Schweiz überhaupt.

Die biologisch-dynamische Landwirtschaft stärkt alle Beteiligten – den Boden, die Pflanzen, die Tiere und die Menschen. Alle sollen lebendiger werden.
Die Demeter-Richtlinien geben vor, wie dies zu geschehen hat. Die Landwirt*innen kommen ohne anorganische bzw. Mineral-Dünger und ohne Herbizide aus. Das Ziel sind gute, natürliche Lebensmittel voller Aroma und Vitalität.

Ein Hoforganismus wird immer als Kreislauf verstanden, der alles Notwendige selbst produziert. Ganz wichtig ist die Kompostierung für den organischen Dünger: Dafür werden die sogenannten Biodynamischen Präparate nach bestimmten Rezepturen zubereitet. Die Düngerzusatzpräparate werden dem Kompost beigegeben, die Spritzpräparate werden in homöopathischer Dosis auf dem ganzen Grundstück verteilt. Sie haben eine regulierende Wirkung.

Das Resultat ist die nachhaltigste Landwirtschaft überhaupt: Beste Bodenstruktur, beste Energieeffizienz, höchste Biodiversität. Dies dokumentiert der DOK-Langzeitversuch des Forschungsinstitutes für Biologischen Landbau (FiBl) eindrücklich. Biodynamisch bestellte Böden haben 60 % mehr Bodenlebewesen und produzieren 60 % weniger schädliche Klimagase als konventionell bewirtschaftete Böden.

Welches sind positive Auswirkungen der biodynamischen Anbaumethode?

Biodynamische Böden sind Zukunftsböden und die Grundlage für Landwirtschaftsprodukte, die ökologisch und qualitativ stimmen.

Der unabhängige DOK-Langzeitversuch des Forschungsinstitutes für Biologischen Landbau FiBL, der seit 1978 im Auftrag des Bundesamtes für Landwirtschaft BLW läuft und der die drei Ackerbausysteme biodynamisch, biologisch und konventionell vergleicht, zeigt die Auswirkungen der biologisch-dynamischen Landwirtschaftsweise eindrücklich auf: Biodynamisch bebaute Böden haben 60 % mehr Bodenlebewesen und produzieren 60 % weniger schädliche Klimagase als konventionell bewirtschaftete Böden, denn sie sorgt dafür, dass sich die Humusschicht im Prozess des Anbaus fortwährend bildet und so grosse Mengen von Treibhausgasen binden kann. Weiter punktet Demeter bei der besten Bodenstruktur, der besten Energieeffizienz und der höchsten Biodiversität.

Kurzzusammenfassung aus Anlass des 40-Jahr-Jubiläums (Auszug aus dem Tätigkeitsbericht des FiBL)

Gibt es Richtlinien für das Füttern von Kühen mit Silage?

In der biologisch-dynamischen Landwirtschaft Demeter ist Silage erlaubt. Eine Silagefütterung ist unter anderem abhängig von der Infrastruktur des Hofes, der landwirtschaftlichen Praxis. Sie hängt auch stark vom Wetter während der Heu-Ernte zusammen.

Viele Demeter-Landwirt*innen, vor allem solche mit Milchvieh, füttern jedoch keine Silage.

Werden die Kühe mit jod- und/oder fluoridhaltigem Salz gefüttert?

Generell ist jodiertes und/oder fluoriertes Futtermittelsalz bei Demeter Schweiz verboten. Dasselbe gilt auch für die Menschen: Die Verarbeitungsrichtlinien erlauben nur die Verwendung von Salz ohne Zusatz von Jod und Fluor.

Können Milch oder Eier Jod enthalten?

Sie können sicher sein, dass das in Demeter-Produkten verwendete Salz kein Jod und kein Fluor enthält, denn in der Demeter-Verarbeitung sind diese Zusätze verboten. Auch in der Fütterung sind jodhaltige Salze verboten; erlaubt ist jedoch, den Tieren in Ausnahmesituationen Mineralstoffmischungen zu verabreichen, die Jod enthalten können. Wer auf Nummer sicher gehen will und Milchprodukte oder Eier konsumiert, fragt am besten beim Produktionsbetrieb nach.

Ist Palmöl im Kraftfutter erlaubt?

Demeter-Milchkühe erhalten generell wenig bis kein Kraftfutter, und schon gar nicht welches mit Palmöl. Zum Binden von Tierfutter wird ein sehr kleiner Anteil Sonnenblumenöl (<1%) eingesetzt.

Wird das Kalb direkt nach der Geburt von der Mutter getrennt?

Das Kalb wird in keinem Fall direkt von der Mutter getrennt, da der erste Kontakt für beide enorm wichtig ist. Es erhält von der Mutter das wertvolle Kolostrum mit Abwehrstoffen, die auf es abgestimmt sind.

Wie lange darf das Kalb bei seiner Mutter bleiben?

Mit einer Übergangsfrist bis 2030 bleiben alle Demeter-Milchkuhkälber während mindestens 120 Tagen auf dem Geburtshof oder einem anderen biodynamischen Betrieb, so lange, bis ihr Immunsystem ausgereift ist und sie keine Milch mehr brauchen. Ob ein Kalb bei der Mutter oder einer Amme am Euter trinkt, ist in den Demeter-Richtlinien jedoch nicht geregelt, denn die mutter- oder ammengebundene Kälberaufzucht stellt hohe Ansprüche an die Tierhalter*innen und setzt Erfahrung voraus.

Es gibt viele unterschiedliche Methoden, welche Demeter-Bäuerinnen und -Bauern in den Merkblättern des FiBL (Forschungsinstitut für biologischen Landbau) vorgestellt haben. Viele Demeter-Betriebe halten die Kälber in der muttergebundenen oder -gestützten Kälberaufzucht. Sie wurde aufgrund der Beobachtung des Bindungsverhaltens der Kühe zu ihren Kälbern entwickelt. Jeder Bauer, jede Bäuerin sucht den für sie/ihn und den Hof gangbaren Weg. Teilweise trinken die Kälber bei der Mutter und verbringen ganztags oder mehrmals täglich Zeit mit ihr; teilweise werden die Kälber von Ammen gesäugt, mit denen sie zusammenleben; teilweise werden die in Gruppen lebenden Kälber mit der Milch ihrer Mütter getränkt.

Für das Demeter-Projekt «Rind im Glück» gilt, dass die Kälber ihre Milch so lange direkt ab dem Euter trinken, bis ihr Immunsystem ausgereift ist und sie nicht mehr mit Milch versorgt werden müssen.

Dürfen Milchrassekälber im Demeter-Projekt «Rind im Glück» bei der Mutter trinken?

Kälber aus dem Projekt «Rind im Glück» bleiben in mutter- oder ammengebundener Haltung so lange auf dem Geburtsbetrieb, bis sie stark genug sind und nicht mehr mit Milch versorgt werden müssen. Das bedeutet, sie dürfen in dieser Zeit ihre Milch direkt ab dem Euter trinken, entweder bei der Mutter oder bei einer Ammenkuh.
Der Verbleib auf dem Geburtsbetrieb und die artgerechte Milchaufnahme am Euter sind die besten Voraussetzungen dafür, dass sie sich gesund entwickeln und keine Antibiotika brauchen. Die Milch, die die Kühe über den Bedarf der Kälber auf dem Betrieb hinaus geben, fliesst in Demeter-Milchprodukte.

Nach drei bis fünf Monaten ist der Zeitpunkt erreicht, an dem die Kälber nicht mehr auf Milch angewiesen sind: Sie sind alt genug, um sich mit Raufutter zu ernähren. Nach der Abtränkphase leben die Jungtiere entweder weiterhin auf dem Geburtsbetrieb oder sie wechseln auf einen anderen Demeter- oder Biobetrieb. Die Tiere werden dort in die Herde integriert.

Wieviel Milch gibt eine Demeter-Kuh?

In Demeter-Ställen stehen keine Hochleistungskühe. In der biodynamischen Landwirtschaft besteht die Fütterung hauptsächlich aus Gras und Heu; damit können nicht diese enormen Milchleistungen erbracht werden. Wieviel Milch eine Kuh gibt, ist von verschiedenen Faktoren wie Fütterung, Zucht, Jahreszeit, klimatische Bedingungen, Stress, Zuwendung usw. abhängig. Die Milchmengen von Demeterkühen liegen bei 5000-6500 l Milch.

Werden trächtige Kühe gemolken?

Eine Kuh ist während 9 Monaten trächtig. Rund 8 Wochen vor der Geburt wird sie nicht mehr gemolken, damit sie sich optimal auf die Geburt vorbereiten kann. Dass sie während dem Milchgeben wieder trächtig wird, entspricht einem natürlichen Vorgang.

Entscheidend für das Wohlbefinden der Kuh ist die wesensgerechte Haltung, wie sie in der biodynamischen Landwirtschaft vorgeschrieben ist. Sie erhält eine ihren Bedürfnissen angepasste biologische Ernährung, die vor allem aus Gras und Heu besteht, und ist viel auf der Weide. Sie kann ihre Hörner behalten und darf ganz Kuh sein.

Haben alle Demeter-Kühe Hörner?

In der biodynamischen Landwirtschaft besteht für Milchkühe Hörnerpflicht – keine Kuh, kein Kalb darf enthornt werden bzw. keine enthornte Kuh darf zugekauft werden!

Es gibt jährlich immer einige neue Umstellbetriebe. Diese Umstellung ist bis ins kleinste Detail geregelt und wird streng kontrolliert. Von Anfang an müssen alle Richtlinien eingehalten werden. Auch diejenige, dass kein einziges Tier enthornt werden darf. Umsteller*innen haben oft bereits eine Herde Kühe, die unter Umständen keine Hörner mehr haben. Demeter verlangt nicht, dass diese Kühe geschlachtet oder verkauft werden müssen. Ein wichtiger Grund dafür: Eine Herde von Kühen ist in einem sensiblen Gleichgewicht – jede Veränderung hat Auswirkungen. Das höchste Ziel auf einem biodynamischen Betrieb ist die Vermeidung von Stress bei den Tieren, also das Tierwohl. Es ist sinnvoll, dass die behornten Tiere sich allmählich in die Herde integrieren können. Aber die Hörner jedes Kalbs, das auf dem Betrieb geboren wird, werden wachsen, und jede Kuh, die neu dazukommt, muss behornt sein!

Was geschieht mit bereits enthornten Kühen nach der Umstellung?

Sofort nach der Umstellung, die bis ins kleinste Detail geregelt ist und streng kontrolliert wird, dürfen keine Tiere enthornt und keine unbehornten Kühe zugekauft werden.

Es gibt Umstellbetriebe mit Kühen in der Herde, die unter Umständen keine Hörner mehr haben.

Demeter verlangt von den Umsteiger*innen nicht, dass diese Kühe geschlachtet oder verkauft werden müssen. Eine Herde von Kühen ist in einem sensiblen Gleichgewicht – jede Veränderung hat Auswirkungen. Das höchste Ziel auf einem biodynamischen Betrieb ist die Vermeidung von Stress bei den Tieren, also das Tierwohl. Es ist sinnvoll, dass die behornten Tiere sich allmählich in die Herde integrieren können.

Aber die Hörner jedes Kalbs, das auf dem Betrieb geboren wird, werden wachsen, und jede Kuh, die neu dazukommt, muss behornt sein! Jeder Umsteller-Hof trägt dazu bei, dass wieder mehr Kühe Hörner tragen dürfen!

Dürfen Kühe in der biodynamischen Landwirtschaft künstlich besamt werden?

Die künstliche Besamung ist bei Demeter zugelassen, denn die Haltung von Stieren erfordert sehr viel Geschick und Geduld und ist nicht für jede Bäuerin, jeden Bauern möglich.

Dürfen bei Demeter in der Aufzucht von Tieren auch Antibiotika eingesetzt werden?

Hauptanliegen der biodynamischen Landwirtschaft ist immer die Stärkung aller Beteiligten auf natürlicher Grundlage. Dennoch können kluges Herdenmanagement, Einsatz geeigneter Rassen, artgerechte Fütterung und Aufmerksamkeit des Bauern, der Bäuerin nicht immer verhindern, dass ein Tier trotz alternativ-medizinischer Behandlung in einen lebensbedrohlichen Zustand gerät, wo der Einsatz von Antibiotika lebensrettend ist. Die Vorschriften der Demeter-Erzeugungsrichtlinien für den Antibiotika-Einsatz sind bereits jetzt schweizweit die strengsten.

Bei Demeter sind routinemässige und prophylaktische Behandlungen mit Antibiotika verboten. Antibiotika dürfen erst nach Krankheitsindikation durch den Tierarzt, die Tierärztin eingesetzt werden. Auf biodynamischen Betrieben werden bevorzugt Naturheilverfahren wie homöopathische oder anthroposophische Behandlungsverfahren eingesetzt.

Für den Einsatz von Antibiotika gelten gemäss den Demeter-Richtlinien folgende Vorschriften: Für Einzeltiere mit mehrjähriger Lebensdauer sind maximal zwei Behandlungen pro Jahr erlaubt, wobei eine Behandlung mit dem Heilen einer Erkrankung gleichgesetzt wird. Für Tiere mit einer Lebensdauer von weniger als einem Jahr ist maximal eine Behandlung gestattet.

Viele engagierte Demeter-Landwirt*innen setzen seit Jahren bewusst keine Antibiotika ein und machen damit sehr gute Erfahrungen.

Ein markanter Schritt Richtung Antibiotika-Transparenz ist für die biodynamische Landwirtschaft, von der Beurteilung des Einzeltiers wegzukommen und stattdessen die ganze Herde eines Hofes in die Beurteilung einzubeziehen. Denn für die Resistenzbildung problematisch ist nicht die Behandlung eines einzelnen Tieres in einem Notfall, sondern der grossflächige Antibiotikaeinsatz. Erklärtes Ziel ist die Antibiotika-Reduzierung auf Demeter-Betrieben auf ein absolutes Minimum.

Welche Richtlinien gibt es bei der Schlachtung?

Die komplette Richtlinie zu den Rahmenbedingungen bei einer Schlachtung finden Sie unter der Demeter-Verarbeitungsrichtlinie.

Sämtliche Vorgaben der «Demeter-Schlachtung» basieren auf den aktuell gültigen Versionen der Richtlinien für die Überwachung durch den Kontrolldienst des Schweizer Tierschutz STS. Gerade im Bereich Transport und Schlachtung ist es sehr wichtig, klare Vorgaben zu definieren, die eine Vermeidung von stressvollen Situationen für das Tier garantieren. In der Schweiz sind viele dem Tierwohl und dem Tierschutz geschuldete Vorgaben direkt im Gesetz verankert. Darüber hinaus strebt Demeter weitere Massnahmen an, welche die Gestaltung des Todes des Tiers möglichst respektvoll und stressfrei umsetzen.

Die Hof- oder Weidetötung zur Fleischgewinnung – also die Tötung der Tiere auf dem landwirtschaftlichen Betrieb ohne vorangehenden Tiertransport – ist ein anzustrebendes Ziel. Daneben wird auch die Schlachtung beim lokalen Schlachthof nach kurzem Transport in einer ungemischten Herde mit Begleitung der Bäuerin oder des Bauern bis zum Tod des Tiers angestrebt.

Oberster Grundsatz ist es, der Tier-Mensch Beziehung gerecht zu werden. Diese beinhaltet unter anderem Stress, Leiden und Angst der Nutztiere beim Lebendtransport und bei der Schlachtung so gering wie möglich zu halten. Den schonenden Umgang mit den Tieren bestimmt der Mensch. Deshalb darf der Tiertransport und das Treiben von Schlachttieren nur durch qualifiziertes Fachpersonal erfolgen. Dem*der Produzent*in muss es möglich sein, das Tier bzw. die Tiere bis zur Schlachtung begleiten zu dürfen. Die maximal anfallende Transportdauer darf drei Stunden nicht überschreiten. Zwischeneinstallung ist erlaubt.

Dürfen bei Demeter synthetische Pestiziden und anorganische Dünger verwendet werden?

Demeter-Bäuerinnen und Bauern produzieren hochwertige Lebensmittel ganz ohne den Einsatz chemisch-synthetischer Pestizide – und dies weltweit. Auch bei der Düngung sind nur organische Dünger erlaubt.

In den Richtlinen steht: «Düngen heisst, den Boden verlebendigen.» Aus diesem Leitsatz ergibt sich eine aus den Lebenszusammenhängen von Pflanze und Tier hervorgehende Düngung. In der Düngerwirtschaft hat der sachgerechte Einsatz der biodynamischen Präparate massgebliche Bedeutung. Eines der obersten Ziele der biodynamischen Bewirtschaftung ist der geschlossene Kreislauf. Das bedeutet: Soviel Dünger wie möglich wird auf dem eigenen Betrieb produziert und eingesetzt.

Demeter zeigt, dass Landwirtschaft ohne Pestizide und anorganische Dünger funktioniert.

Sind bei Demeter-Lebensmitteln Kupferspritzungen erlaubt?

In der biologisch-dynamischen Landwirtschaft darf Kupfer ausschliesslich im Obst- und Rebbau eingesetzt werden, und dies auch nur in wirklichen Notfällen.

Alle übrigen Lebensmittel sind davon ausgeschlossen. In Jahren zu grosser Nässe zum Beispiel kann bei der Kommission für Richtlinienfragen um eine Ausnahmebewilligung angefragt werden; falls diese erteilt wird, kommen die Produkte nicht als Demeter-, sondern als Bio Knospe-Produkte auf den Markt.

Dürfen bei einer Schneckenplage Demeter-Pflanzen mit biologischen Schneckenkörnern geschützt werden?

Grundsätzlich gilt betreffend Schneckenkörnern bzw. anderen Mitteln: Solange sie auf der Betriebsmittelliste (Demeter Kriterien) aufgeführt sind, dürfen sie verwendet werden.

Mögliche Alternativen: 

  • Schneckenbarrieren / Hochbeete
  • Holzasche streuen
  • Laufenten halten – die effizientesten Schneckenbekämpfer; sie fressen nur Nacktschnecken und nicht die Häuschenschnecken, die die Eier der Nacktschnecken vertilgen
  • weitere Hausmittel

Zahlen & Fakten

  • In der Schweiz werden auf rund 413 Demeter-Höfen mehr als 8000 ha Fläche bewirtschaftet. Dazu kommen rund 15 landlose Demeter-Imker*innen. (Stand 2022)
  • 2012 waren ca. 150 Höfe Demeter-zertifiziert > zahlenmässige Entwicklung bis 2022 der Demeter-Landwirtschaftsbetriebe
  • Weltweit bewirtschaften immer mehr Menschen ihre Höfe nach diesen Richtlinien, aktuell mehr als 230‘000 ha in 65 Ländern. (Stand 2023)
  • Knapp 170 Herstellungs- und -Verarbeitungsbetriebe sowie Partner aus dem Bio-Grosshandel sind Demeter-zertifiziert. (Stand 2022)
  • Mehr Infos Demeter-Marktentwicklung in der Schweiz
  • Der Anteil Demeter am Biomarkt Schweiz beträgt 2.5 % (Stand 2022)
  • Der Verein für biologisch-dynamische Landwirtschaft (Schweiz) wurde 1937 gegründet.
  • Der Schweizerische Demeter-Verband wurde 1997 gegründet. Er ist ein Zusammenschluss des Vereins für biologisch-dynamische Landwirtschaft, der Interessengemeinschaft Demeter-Verarbeitung und -Handel sowie des Schweizerischen Konsumenten-Verbandes.
  • Das Demeter-Logo wurde 1928 erstmals verwendet.

Gibt es Demeter auch in anderen Ländern?

Unter dem Dach von Biodynamic Federation – Demeter International haben sich Demeter-Produzent*innen weltweit zusammengeschlossen. Dadurch ist Demeter als internationale Bio-Marke auf allen Kontinenten vertreten. Biodynamic Federation – Demeter-International zählt aktuell 45 Mitgliedsorganisationen aus 36 Ländern. 19 sind zertifizierende Organisationen, in allen anderen Ländern zertifiziert das internationales Zertifizierungsbüro ICO. Aktuell gibt es rund 6500 Demeter-Betriebe mit fast 230 000 ha in 65 Ländern (Stand 2023).

www.demeter.net

Warum ist der Anbau und Transport von Bananen aus Demeter-Sicht vertretbar?

Für den Anbau von Demeter-Bananen gelten die gleichen strengen Richtlinien wie für alle anderen Dauerkulturen. Neu zertifizierte Bananen-Plantagen werden besonders eng beratend begleitet und vermehrt kontrolliert.

Bananen können wie Äpfel oder Reben in Monokultur angebaut werden, dies wird je nach Betrieb etwas anders gehandhabt. Die Richtlinien verlangen Begrünung und Bio-Diversität in den Plantagen sowie angepasste Sorten für die biologische Landwirtschaft. Der Anbau erfolgt nach biodynamischen Gesichtspunkten: der Einsatz der biodynamischen Präparate verbessert die Bodenlebendigkeit und stärkt die Pflanzen auf natürliche Weise. Biodynamische Landwirtschaft stärkt Boden, Pflanzen und Menschen – egal wo auf der Welt.

Die Demeter-Richtlinien verbieten Flugtransporte; der Transport erfolgt auf dem Seeweg. Die Bananen werden in der Schweiz bei zertifizierten Betrieben gereift.

Das Prinzip der sozialen Verantwortung, welches in den Demeter-Richtlinien geregelt ist, umfasst die Achtung und Einhaltung der Menschenrechte und regelt die Arbeitsbedingungen. Menschen, die in Demeter-Betrieben arbeiten, erhalten Chancengleichheit, unabhängig von ihrer ethnischen Herkunft, ihrem Glauben und ihrem Geschlecht. Demeter bekennt sich zur assoziativen Wirtschaft; diese beinhaltet das Recht auf den richtigen Lohn für alle innerhalb der Wertschöpfungskette.

Unterscheiden sich Demeter-Produkte aus der Schweiz zu jenen aus dem Ausland?

Die strengen Richtlinien der Biodynamic Federation – Demeter International BFDI sind weltweit für alle Mitglieder gleichermassen verbindlich. Sie garantieren eine sehr hohe Produktions- und Verarbeitungsqualität, die in jeder Region der Erde erbracht werden kann. Jedes Land kann auf diesem bereits sehr hohen Niveau lokal sinnvolle strengere Richtlinien beschliessen.

Die in der Schweiz biodynamisch produzierten und nach Demeter-Richtlinien verarbeiteten Lebensmittel erfüllen zusätzlich die folgenden Richtlinien:

Sind Flugtransporte bei Demeter erlaubt?

Flugtransporte sind grundsätzlich verboten. In Ausnahmefällen und mit Auflagen zur CO2-Kompensation können sie zugelassen werden.

Wie unterscheidet sich Bio Demeter generell von Bio?

Der Schweizerische Demeter-Verband vereinigt alle Bereiche von der Produktion (Landwirtschaft) über die Verarbeitung und den Handel bis zu den Konsument*innen. Bio Suisse dagegen ist ein Bauern-Dachverband – dem auch diejenigen biologisch-dynamischen Bäuerinnen und Bauern angeschlossen sind, welche gleichzeitig unter dem Knospe-Label produzieren.

Alle in der Schweiz produzierten Demeter-Lebensmittel erfüllen jedoch den Bio-Knospe-Standard, auch wenn die Betriebe nicht Knospe-zertifiziert sind. Die Richtlinien von Demeter Schweiz bauen auf den Richtlinien der Bio Suisse auf.

Die Demeter-Richtlinien sind in manchen Punkten strenger als Bio-Suisse-Richtlinien.

Alle biodynamischen Massnahmen wie die hofeigene Kompostkultur und der Einsatz der biodynamischen Präparate beleben und stärken den Boden und die Pflanzen nachweislich. Auf Demeter-Höfen müssen Tiere gehalten werden, damit der Stoffkreislauf geschlossen ist. Kühe behalten ihre Hörner.

Die biodynamischen Produzent*innen arbeiten individuell angepasst an den jeweiligen Ort mit seinen Besonderheiten. Dadurch wird auf dem Demeter-Hof ein lebendiger Organismus geschaffen, der Boden, Pflanze, Tier und Menschen stärkt.

Verarbeitung/Zusatzstoffe: Wie unterscheiden sich Bio-Demeter- von Bio-Knospe-Lebensmitteln?

Nachfolgend finden Sie einige Beispiele von Demeter-Anforderungen für die Verarbeitung, die strenger sind als Bio-Anforderungen.

Zusatzstoffe

  • Konventionell ca. 300 Zusatzstoffe, Bio ca. 50 Zusatzstoffe, Bio Suisse ca. 30 Zusatzstoffe (nur produktspezifisch)
  • Demeter: 24 Zusatzstoffe (nur produktspezifisch)

Verpackung

  • Bio: Metallbedampfte Materialien sind zulässig, Metall-Verbund-Packungen und reine Aluminiumfolien sind in begründeten Fällen zugelassen.
  • DemeterVerwendung von Aluminium soll vermieden werden; wenn möglich soll Verpackung recyclierbar sein; keine Alubedampfung; möglichst kein Einsatz von Verbund-Materialien

Milch

  • Bio: Mit Einschränkungen sind Homogenisierung, Standardisierung, Mikrofiltration und UHT-Behandlung zulässig
  • Demeter: nur Pasteurisierung (max. 80°C) ist erlaubt; keine Homogenisierung; keine Erhitzungsverfahren wie Sterilisation und UHT.

Brot und Getreide

  • Bio: Schonende Extrusion kann bewilligt werden, Brote: Teiglinge und fertige Brote dürfen zur Zwischenlagerung tiefgekühlt werden
  • Demeter: Heissextrusion nicht erlaubt; Teiglinge dürfen nur gekühlt werden, halbgebackene Brote auch tiefgekühlt

Teigwaren

  • Bio: Einsatz von Getreidestärke (Reisstärke), Weizengluten erlaubt
  • Demeter: Getreidestärke und Gluten nicht erlaubt, Ganzheitlichkeit der Produkte wird angestrebt

Wein

  • Bio: Viele Verarbeitungshilfsstoffe erlaubt, z.B. Hausenblase und Gelatine als Schönungsmittel, Ammoniumphosphat, technisches Gas Ar, Kaliummetabisulfit (E224) als Konservierungsmittel, Pektinase (auch bei Spirituosen)
  • Demeter: Schönung erlaubt mittels Eiweiss aus Milch/Eiern/Erbsen/Weizen, nicht mit Gelatine. Filtration mit Bentonit, Kieselgur oder Perlit. Keine weiteren Verarbeitungshilfsstoffe erlaubt

Fleisch

  • Bio: Nitrit/Nitrat erlaubt
  • Demeter: kein Nitritpökelsalz in Fleisch- und Wurstwaren

Honig

  • Bio macht nicht viele Vorgaben für die Imkerei.
  • Bei Demeter ist dies aber ein wichtiges Kapitel, da auf sehr vielen Höfen Bienenstöcke stehen. Es wird auch hier eine wesensgemässe Tierhaltung angestrebt, d.h. die Tiere sollen so leben können, wie es ihrem Wesen entspricht und nicht so, dass möglichst viel Honig geerntet werden kann. Die Königin kommt immer aus dem eigenen Volk heraus, dank Naturwabenbau werden die Bedürfnisse der Bienen erfüllt. Honig wird nie über die natürliche Temperatur des Bienenstocks erwärmt.

Wie erklärt sich die Preisdifferenz zwischen Bio-Knospe und Bio-Demeter-Butter?

Demeter-Butter stammt aus einer Landwirtschaft, die den Boden, die Pflanzen, die Tiere und die Menschen stärkt. Im Sinne des Kreislaufgedankens bildet jeder Hof eine individuelle Ganzheit, die alle diese Bereiche pflegt und stärkt. Hinter Demeter-Produkten steht eine zukunftsfähige Landwirtschaft, die Antworten auf aktuelle Fragen* beisteuern kann.

Eines der Kernanliegen von Demeter ist die assoziative Wirtschaftsweise: Alle Beteiligten sollen einen fairen Preis erhalten – von den Produzent*innen über die Verarbeiter*innen, den Händler*innen bis zu den Konsument*innen. Das gemeinsame Vorgehen fördert bei allen Beteiligten in der Kette das Bewusstsein für den richtigen Preis.

Die folgenden Faktoren tragen massgeblich zum Preis bei, den Sie für Demeter-Butter bezahlen:

  • Demeterkühe behalten ihre Hörner. Sie brauchen mehr Platz im Stall.
  • Mindestens 80% des Futters stammt vom eigenen Hof. Wenn nötig dürfen die restlichen 20% in Bio-Qualität zugekauft werden. Das Futter besteht grösstenteils aus Gras und Heu – und nicht aus Kraftfutter. Daraus resultiert eine etwas geringere Milchmenge.
  • Die naturnahe Arbeitsweise verlangt ein hohes Engagement der Landwirt*innen.
  • Im Sinne der assoziativen Wirtschaft haben alle Demeter-Milchlieferant*innen eine Vollkostenrechnung erstellt. Die Molkerei bezahlt einen höheren Preis für einen Liter Demeter-Milch.
  • Für 200 g Butter braucht es Rahm von  5 l Milch. Die anfallende Magermilch kann nur zu einem allerkleinsten Teil in die Magerquarkproduktion einfliessen – soviel Demeter-Magerquark wollen Konsument*innen nicht konsumieren.
  • Die Bio-Butter-Herstellung wird laut Aussage der Molkerei generell quersubventioniert durch den Umsatz bei der Pastmilch. Da das Volumen von Demeter-Milch bzw. -Butter im Vergleich zur Bio-Milch bzw. -Butter sehr klein ist, trägt auch der Konsument mit einem höheren Preis seinen Teil dazu bei, dass Demeter-Butter im Angebot bleiben kann.

*Eine Langzeitstudie zeigt: Mit keiner anderen Anbauform wird die Bodenfruchtbarkeit und Biodiversität so gestärkt wie mit der biodynamischen Landwirtschaft. Bei den Bodenlebewesen führt der biodynamische Anbau mit + 60% im Vergleich zu konventionellem (bio + 30%). Ein biodynamisch bearbeiteter Boden vermag mehr Treibhausgase zu binden als jeder andere. Die Messungen im DOK-Versuch (Dynamisch-Organisch-Konventionell) des Forschungsinstituts für biologischen Landbau (FiBL) zeigen, dass die biologischen Parzellen 36 Prozent und die biodynamischen 61 Prozent weniger Klimagase produzieren. Mehr Hintergrundinfos dazu liefert der DOK-Versuch, der seit 1978 läuft. Zusammengefasst finden sich die Fakten im Tätigkeitsbericht des FiBL ab Seit 38.

Sind Biodynamische Präparate Hokuspokus? Welche Wirkung will man damit erzeugen?

  • Die biodynamische Landwirtschaft stärkt das Ganze – den Boden, die Pflanzen, die Tiere und die Menschen. Die biodynamischen Präparate dienen der Stärkung des Bodens und der Pflanzen. In ihrer Wirkung sind sie vergleichbar mit einem gesundheitsfördernden probiotischen Getränk. – Mehr Infos zu den Präparaten (Herstellung usw.): www.biodynamische-praeparate.ch
  • „Das Bodenleben“ oder „das Pflanzenwachstum“ sind ganzheitliche Systeme, die aus unzählig vielen Faktoren und Vorgängen bestehen. Ganzheitliche Systeme können nur mit ganzheitlichen Methoden bewertet werden.
  • Im über 40-jährigen DOK-Langzeitversuch des FiBL konnten viele positive Effekte belegt werden – es kann jedoch nicht schlüssig auseinandergehalten werden, welche Massnahmen welche Wirkung erzielen. Liegt es an der Kompostierung? Liegt es an der Aufbereitung des Kompostes, bei der immer verschiedene Präparate zugesetzt werden?
  • Die Präparate werden als Ganzheit angewendet und wirken auch als Gesamtheit, weshalb im Prinzip nicht die exakte Wirkung eines einzelnen Präparates beschrieben werden kann. Dennoch konnten einzelne Prozesse isoliert wissenschaftlich dokumentiert werden. So sorgen beispielsweise mikrobielle Interaktionen zwischen dem Keratin des Horns und dem Mist für die Entstehung eines Düngers, der das Bodenleben zu aktivieren hilft (siehe FAQ weiter unten: “Kann der Erfolg der biodynamischen Methoden wissenschaftlich erklärt werden?”)
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Was hat der Kosmos mit Landwirtschaft zu tun?

  • Die Sonne als zentraler Stern unseres Sonnensystems und die Rotation der Erde um sie sowie ihre eigene Achse erklären Tag und Nacht auf unserer Erde und die Jahreszeiten in unseren Breiten. Diese Phänomene haben auf den Boden, die Pflanzen, die Tiere und uns Menschen eine Auswirkung.
  • Die biologisch-dynamische Betrachtung geht zudem davon aus, dass alles auf der Erde in einem Bezugsverhältnis zum umgebenden Kosmos – Sonne, Mond, Planeten und Fixsterne – steht. Wichtig ist dabei die geozentrische Sicht.
  • Die biodynamischen Anbaurichtlinien schreiben nicht vor, dass die Gestirne berücksichtigt bzw. nach dem Aussaatkalender von Maria Thun gearbeitet werden muss. In diesem Aussaatkalender werden steigende und fallende Mondbahn sowie die astronomischen Planetenstellungen berücksichtigt.
  • Der Einsatz des Aussaatkalenders ist individuell. Seit Menschengedenken werden diese Rhythmen beachtet. Er wird auch von vielen nicht-biodynamisch arbeitenden Produzent*innen zusätzlich zu dem Blick nach dem Wetter oder den Jahreszeiten für ihre täglichen Arbeitsentscheide konsultiert.

Warum ist Tierhaltung vorgeschrieben? Was heisst «wesensgemässe» Tierhaltung?

  • Tierhaltung, speziell von Wiederkäuern, ist auf Demeter-Betrieben erwünscht und grundsätzlich vorgeschrieben. Es gibt Ausnahmen (Rebbau, Kleinbetriebe).
  • Es geht nicht um die Frage, ob Tiere im landwirtschaftlichen Kontext einen Beitrag leisten sollen oder nicht – sie tun es sowieso. Die Anwesenheit von Wildtieren und Bodenlebewesen von Schwalben bis Mikroben ist auf einem Betrieb selbstverständlich. Sie sind Teil des Betriebsorganismus.
  • Bei dieser Frage geht es um die Nutztierhaltung. Die biodynamische Landwirtschaft fordert, dass diese wesensgemäss zu sein hat. Das heisst beispielsweise, dass das Tier auf dem Hof im Zusammenspiel von Mensch, Pflanze, Tier, Standort, Boden und Landschaft eine Aufgabe bekommt, durch die es seinen Beitrag an das (Hof-)Ganze leisten kann, und zwar ähnlich dem Beitrag, den es im ökologischen, vom Menschen unberührten Ganzen geben würde. Ein Beispiel: Die Kuh und die Wiederkäuer haben in der Evolution für die Bildung von fruchtbaren Böden (Humus) auf der Erde entscheidende Beiträge geleistet. Wenn eine Kuhherde, die im Gleichgewicht zur Fläche des Hofes ist, mit ihren Ausscheidungen einen Beitrag leistet an die Fruchtbarkeit des Bodens, so ist das wesensgemäss. Dies tat sie schon lange bevor der Mensch sie zum Haustier machte.

Kann die biodynamische Landwirtschaft die Weltbevölkerung ernähren?

  • Ja, die biologische Landwirtschaft könnte eine wachsende Weltbevölkerung ernähren. Auch bei einer vollständigen Umstellung auf Bio könnten genug Lebensmittel mit der gleichen Fläche produziert werden – unter der Voraussetzung, dass die Menschen den Verzehr von tierischen Lebensmitteln massiv reduzieren und weniger Lebensmittel wegwerfen (Foodwaste). Zudem müssten sie die Fütterung in der Tierhaltung umstellen: Wenn Tiere sich von „Raufutter“ = Gras ernähren, das idealerweise da wächst, wo keine anderen Agrarprodukte gedeihen, dann steht die Fütterung nicht in Konkurrenz zu dem, wovon der Mensch sich direkt ernähren kann – wie z.B. Getreide oder Soja. Siehe FiBL-Studie | Weltagrarbericht
  • Zwar ist der Ertrag im Bio-Landbau etwas tiefer als in der konventionellen Landwirtschaft, aber es muss viel weniger Energie von aussen in Form von zugekauften Düngern, Pestiziden usw. zugefügt werden, was die Umwelt weniger schädigt. Ziel ist ein nachhaltiger Düngerkreislauf.
  • Ein zentraler Punkt ist der Humuserhalt oder Wiederaufbau des Humus im Boden. Humus ist das, worin die Pflanzen wachsen. Weltweit kann beobachtet werden, dass die Humusschicht Jahr für Jahr dünner wird. Die Böden sind durch Überdüngung ausgelaugt. Biodynamische Landwirtschaft trägt dazu bei, dass die Humusschicht erhalten oder wieder aufgebaut wird.

Kann der Erfolg der biodynamischen Methoden wissenschaftlich erklärt werden?

  • In einem ganzheitlichen präventiven System sind die einzelnen Massnahmen in ihrer Wirkung nur schwer mit wissenschaftlichen Methoden nachzuweisen. Trotzdem ist dieser Nachweis teilweise erbracht worden.
  • Wissenschaftliche Forschungsarbeiten liefern heute Erklärungen für Phänomene wie signifikant erhöhtes Bodenleben in der biodynamischen Landwirtschaft.
  • Beispiel Pflanzenmikrobiom: Die Forschung steht ganz am Anfang des Verstehens und Erklärens, wie die Pflanzen untereinander und mit dem Boden „kommunizieren“. Der biodynamische Landbau arbeitet damit schon seit Jahrzehnten intuitiv. Siehe auch «Der unsichtbare Dschungel unter uns»Wurzel-Mikroben und ihre Bedeutung für die Pflanzen
  • Die Wirkung der biodynamischen Präparate, die während einem halben Jahr im Boden fermentiert werden, konnte bisher vor allem empirisch dokumentiert werden.
  • Neuere wissenschaftliche Untersuchungen im Bereich der chemischen Prozesse innerhalb des Horns zeigen Gründe auf für eine erhöhte Reaktionsbereitschaft der Böden und eine gesteigerte Resilienz der Pflanzen.

Ist Demeter anthroposophisch?

  • Der Ursprung von Demeter in den 1920er-Jahren liegt in den praktischen Anwendungsempfehlungen Rudolf Steiners, dem Begründer der Anthroposophie. Dieser legte seine Gedanken zu der Landwirtschaft dar, weil er von Landwirten mehrfach darum gebeten worden war.
  • Zahlreiche Produzent*innen und Wissenschaftler*innen nahmen diese Anregungen auf, integrieren stetig neue Elemente und entwickeln sie weiter.
  • Aus diesem Prozess ist die Demeter-Bewegung weltweit entstanden. Heute bilden die gemeinsam entwickelten Demeter-Anbau- und -Verarbeitungsrichtlinien die Grundlage der Marke Demeter. Auch diese werden stetig weiterentwickelt.
  • Man muss nicht Anthroposoph*in sein oder werden, um biodynamisch zu wirtschaften, Produkte nach Demeter-Richtlinien zu verarbeiten, mit diesen zu handeln oder sie zu konsumieren.
  • Zusätzlich zur Bereitschaft zur Neuorientierung ihres Betriebes sollten umstellende Produzent*innen auch eine persönliche Offenheit für Neues mitbringen. Umstellung findet als Erstes im Kopf statt. Um sich der Demeter-typischen ganzheitlichen Naturauffassung zu nähern, braucht es Zeit und eigene Erfahrungen. Berufskolleg*innen, Berater*innen, Fachgruppen und Workshops sind dabei eine wertvolle Unterstützung.

Was ist esoterisch oder spirituell bei Demeter?

Die Wörter esoterisch und spirituell werden oft als Sammelbegriffe für sehr viele Dinge aus Erfahrungswissenschaften, Halbwahrheiten, Glaubensbekenntnissen usw. verwendet.
  • Der Antrieb zur biodynamischen Landwirtschaft ist der Wunsch, in eine Beziehung mit der Natur und den Tieren zu treten.
  • Ethische Aspekte wie die Würde der Tiere, die Verantwortung und der Respekt gegenüber der Natur sowie der faire Umgang mit Mitarbeiter*innen und Geschäftspartner*innen haben ebensoviel Gewicht wie die Richtlinien.
  • Die biologisch-dynamischen Anbaurichtlinien enthalten jedoch keine spirituellen Vorgaben.
  • Die biodynamische Landwirtschaft ist eine konkrete Landbaumethode, die auf praktischen Erfahrungen und sensiblen Beobachtungen des Lebendigen basiert.
  • Wer sich entscheidet, Demeter-Produzent*in oder -Verarbeiter*in zu werden, ist und bleibt weltanschaulich frei.

Wie steht Demeter zu Extremismus?

  • Der Demeter-Verband nimmt Phänomene wie den Klimawandel sowie die Übertragung von Krankheiten von Tieren auf den Menschen als ernste gesellschaftliche Herausforderungen wahr, die ohne engagierte Menschen nicht zu bewältigen wären.
  • Dem Demeter-Verband liegt eine bunte, vielfältige und offene Gesellschaft am Herzen, welche offen ist für kritisches Denken.
  • Von sektiererischen, antiaufklärerischen Strömungen mit menschenverachtendem und diskriminierendem Inhalt distanziert sich der Schweizerische Demeter-Verband in aller Form.