Das Tierwohl fördern
Das Tierwohl ist ein zentraler Wert in der biodynamischen Landwirtschaft. Mit Tierwohl-Initiativen wie «Hahn im Glück» und ehrgeizigen Richtlinien strebt Demeter nach einer verantwortungsvollen Landwirtschaft, die eine wesensgemässe Tierhaltung garantiert.
Landwirt*innen übernehmen Verantwortung
Um das Leben der Tiere optimal zu fördern und zu schützen, übernehmen biodynamische Landwirt*innen Verantwortung. Durch Beobachtung und Empathie lernen sie die natürlichen Bedürfnisse ihrer Hoftiere kennen und verstehen. Die Beziehung zu den Tieren ist persönlich und individuell gestaltet. Die Demeter-Richtlinien bilden dabei die Basis, die alle Demeter-Betriebe einhalten müssen.
Tierwohl in den Demeter-Richtlinien
Das sind die wichtigsten Bestimmungen zum Tierwohl in den Demeter-Richtlinien:
- Tiere bleiben unversehrt – das Enthornen sowie das Kürzen von Schnäbeln, Flügeln oder Schwänzen ist verboten.
- Die Tiere werden ihren Bedürfnissen angepasst gefüttert. Bei Wiederkäuern bedeutet dies fast ausschliesslich Gras, Heu oder Silage. Getreide wird nur in Ausnahmefällen verfüttert.
- Das Futter ist zu 100 Prozent biologisch und stammt zum grösstmöglichen Anteil vom eigenen Hof.
- Für jede Legehenne wächst ein männliches Küken unter biodynamischen Bedingungen auf. Das Entsorgen von männlichen Küken ist verboten.
- Möglichst viele Kälber bleiben mindestens 120 Tage auf dem Geburtsbetrieb oder einem befreundeten biologisch-dynamischen Partnerbetrieb. Erst wenn das Immunsystem der Kälber voll entwickelt ist, dürfen die Tiere in einen Mast- oder Aufzuchtbetrieb versetzt werden.
- Im Zentrum steht die gesundheitliche Vorsorge. Im Krankheitsfall wird ein Tier in erster Linie mit alternativer Medizin behandelt
- Tiere müssen in Gruppen gehalten werden.
- Alle Tiere geniessen regelmässigen Auslauf im Freien.
Wesensgemässe Tierhaltung
Auf biodynamischen Bauernhöfen werden Tierhaltung und -pflege so gestaltet, dass sie den natürlichen Bedürfnissen und Verhaltensweisen der Tiere möglichst gerecht werden. So entsteht eine gesunde und respektvolle Beziehung zwischen Mensch und Tier.
Die bekannteste und auffälligste Bestimmung in unseren strengen Tierwohl-Richtlinien betrifft die stolzen Demeter-Kühe, die ihre Hörner behalten. Das Enthornen ist verboten. Ziel ist es, den Tieren ein Leben zu ermöglichen, das ihren artspezifischen Eigenschaften und ihrem natürlichen Verhalten möglichst nahekommt