Was unterscheidet Demeter und Bio Suisse?

Wer Demeter-Produkte kauft, entscheidet sich für eine Landwirtschaft, die deutlich weiter geht. Während Bio Suisse bereits strenge ökologische Standards setzt, verfolgt Demeter einen ganzheitlichen Ansatz, der den Hof als lebendigen Organismus versteht – mit konkreten Konsequenzen für Tierhaltung, Bodenpflege und Verarbeitung.

Wer sich für Demeter entscheidet, setzt auf maximale Konsequenz im Umgang mit Natur, Tier und Produkt. Fast alle Demeter-Betriebe sind auch Bio-Suisse-zertifiziert. Die Richtlinien von Bio Suisse bilden auch die Grundlage der Demeter-Richtlinien. Während Bio Suisse einen hohen Standard definiert, geht Demeter in gewissen Bereichen weiter.

Tierwohl

Der sichtbarste Unterschied: Demeter-Kühe behalten ihre Hörner. Grundsätzlich sind bei Demeter die Enthornung, das Kupieren oder Kürzen von Schnabel, Flügel und Schwanz verboten. Die Tiere werden bei Demeter wesensgerecht gehalten.

Fütterung

Die Fütterung folgt strengeren Regeln. Sämtliches Tierfutter muss Bio-Qualität haben, mindestens 80 % davon muss Demeter-zertifiziert sein. Das Futter muss möglichst vom eigenen Hof stammen und darf keine synthetischen Zusatzstoffe enthalten. Industriell veränderte Futtermittel, wie etwa Milchpulver zur Fütterung von Kälbern, sind verboten.

Verarbeitung

Bei Demeter ist der Einsatz von Zusatzstoffen in der Verarbeitung stark eingeschränkt, Verarbeitungsschritte werden minimiert. Ziel ist ein Produkt, in dem die Vitalität und die Reifekräfte der landwirtschaftlichen Erzeugnisse erhalten bleiben. Das geht über die Anforderungen von Bio Suisse hinaus, die zwar ebenfalls Wert auf schonende Verarbeitung legt, aber mehr Spielraum bei erlaubten Herstellungsprozessen und Zusatzsoffen lässt.

Bodengesundheit

Während im Bio-Landbau generell auf chemisch-synthetische Dünger verzichtet wird, geht Demeter einen Schritt weiter: Ziel ist ein dauerhaft fruchtbarer, humusreicher Boden als Grundlage für gesunde Pflanzen. Fruchtfolgen, Kompostwirtschaft und geschlossene Nährstoffkreisläufe sind verpflichtend, ergänzt durch biodynamische Präparate, die Bodenleben und Nährstoffverfügbarkeit fördern.

Eng verbunden

1981 gehörte Demeter gemeinsam mit FiBL, Bioterra und anderen Organisationen zu den Gründerinnen von Bio Suisse. Demeter ist eine Mitgliedsorganisation von Bio Suisse, hat aber eigene Richtlinien. Die Richtlinien von Bio Suisse bilden die Grundlage für die Demeter-Richtlinien. Mit anderen Worten: Jeder Demeter-Betrieb erfüllt automatisch auch die Richtlinien von Bio Suisse.