Biodynamische Landwirtschaft in der Forschung

Wissenschaftliche Studien zeigen, welche Wirkungen biodynamische Methoden entfalten können.

Wissenschaft, Erfahrung und Praxis gehen in der biologisch-dynamischen Landwirtschaft Hand in Hand. Biodynamische Methoden wissenschaftlich zu untersuchen, ist deshalb Teil unserer Geschichte seit 1924. Die biodynamischen Präparate beispielsweise wurden auf Basis von Beobachtung und Erfahrung entwickelt, heute wird ihre Wirkungen zunehmend wissenschaftlich untersucht und in einzelnen Bereichen belegt.

Biodynamische Präparate und Bodenmikroorganismen

Können biodynamische Hornmist- und Hornkieselpräparate (Spritzpräparate) den Boden mit potenziell pflanzenwachstumsfördernden Mikroorganismen anreichern?

Eine 2024 veröffentlichte Studie fand in Hornmist- und Hornkieselpräparaten hohe Anteile potenziell pflanzenwachstumsfördernder Mikroorganismen. Nach der Anwendung der Präparate wurden solche Mikroorganismen vermehrt in biodynamisch behandelten Böden nachgewiesen; das zeitliche Muster spricht für eine vorübergehende Beimpfung und teilweise Kolonisierung des Bodens. Die Autor*innen folgern, dass biodynamische Präparate zur Bodengesundheit beitragen können, indem sie das Vorkommen und die Häufigkeit solcher Mikroorganismen erhöhen.

Veröffentlicht am 5. Februar 2024 in ISME Communications, Band 4, Ausgabe 1, Artikel ycae021. Die Zeitschrift erscheint bei Oxford University Press im Auftrag der International Society for Microbial Ecology.

Milke, F., Rodas-Gaitan, H., Meissner, G., Masson, V., Oltmanns, M., Möller, M., Wohlfahrt, Y., Kulig, B., Acedo, A., Athmann, M. & Fritz, J. (2024). Enrichment of putative plant growth promoting microorganisms in biodynamic compared with organic agriculture soils.
ISME Communications, 4(1), ycae021. DOI: 10.1093/ismeco/ycae021.

Biodynamische Weinreben und ihre Reaktion auf Stress

Reagieren Reben im biodynamischen Weinbau anders auf Klimastress und Krankheitserreger als Reben im konventionellen Anbau?

Eine 2018 veröffentlichte Studie untersucht biodynamischen und konventionellen Weinbau im direkten Vergleich. In einem partizipativen Forschungsansatz wurden Reaktionen von Reben auf Klimastress, saisonale Veränderungen und Krankheitserreger analysiert.

Die Studie zeigt, dass biodynamisch bewirtschaftete Reben stärkere pflanzliche Reaktionen auf Klimastress, saisonale Veränderungen und Krankheitserreger aufwiesen. Dies war verbunden mit einer höheren Aktivität von Immunitäts- und Regulationsgenen sowie mit höheren Gehalten antioxidativer und antifungaler, sekundärer Pflanzenstoffe.

Veröffentlicht am 15. November 2018 in Scientific Reports aus dem Nature Portfolio, Band 8, Artikelnummer 16857

Soustre-Gacougnolle, I., Lollier, M., Schmitt, C. et al. Responses to climatic and pathogen threats differ in biodynamic and conventional vines. Sci Rep 8, 16857 (2018).

Der DOK-Versuch: Landwirtschaft im Langzeitvergleich

Der DOK-Versuch zeigt seit Jahrzehnten Unterschiede zwischen biologisch-dynamischen, biologischen und konventionellen Anbausystemen – unter anderem bei Bodenfruchtbarkeit, Humusentwicklung, Bodenstruktur und Umweltwirkungen.

Projektpartner: FiBL, Agroscope, Universität Basel, ETH Zürich

Ausgewählte Forschungsinstitutionen

Die folgenden Institutionen veröffentlichen Forschung zur biologisch-dynamischen und biologischen Landwirtschaft:

  • Universität Kassel, Fachbereich Ökologische Agrarwissenschaften, Arbeitsgruppe für biologisch-dynamische Landwirtschaft
  • Forschungsinstitut für biologischen Landbau FiBL, Frick, Schweiz
  • Forschungsring e.V., Darmstadt, Deutschland