Mehr Fruchtbarkeit, Biodiversität und Klimaresilienz

Der DOK-Versuch von FiBL und Agroscope belegt es: Die biologisch-dynamische Landwirtschaft stärkt Fruchtbarkeit, Biodiversität und Klimaresilienz nachhaltig.

Der DOK-Versuch läuft seit 1978 beim FiBL, dem Forschungsinstitut für biologischen Landbau, in Therwil. Im weltweit einzigartigen Langzeitvergleich zeigt sich: Wer Böden als lebendige Organismen versteht und konsequent im Kreislauf wirtschaftet, stärkt Fruchtbarkeit, Biodiversität und Klimaresilienz nachhaltig.

DOK steht für «dynamisch», «organisch» und «konventionell», drei unterschiedliche Bewirtschaftungssysteme, die unter identischen Bedingungen miteinander verglichen werden. Der Versuch zeigt, wie zukunftsfähige Landwirtschaft konkret aussieht.

Im Kern geht es um einen einfachen, aber entscheidenden Punkt: Wie wirken sich unterschiedliche Anbausysteme langfristig auf Boden, Ertrag, Biodiversität und Klima aus? Während kurzfristige Studien oft nur Momentaufnahmen liefern, zeigt der DOK-Versuch Entwicklungen über Jahrzehnte hinweg – genau dort, wo sich nachhaltige Landwirtschaft beweisen muss.

Eindrückliche Ergebnisse

Die Ergebnisse zeigen: Die biologisch-dynamische Bewirtschaftung fördert die Bodenfruchtbarkeit messbar. Humusgehalt, Bodenleben und -struktur entwickeln sich stabiler als in konventionellen Systemen. Regenwürmer, Mikroorganismen und Pilze finden hier bessere Bedingungen, was wiederum die Nährstoffverfügbarkeit und Wasserhaltefähigkeit verbessert. Gerade in Zeiten zunehmender Wetterextreme ist das ein zentraler Vorteil.

Kritisch betrachtet werden oft die Erträge. Tatsächlich liegen diese im biodynamischen System im Durchschnitt unter dem konventionellen Niveau. Doch die Differenz relativiert sich, wenn man den geringeren Input, die höhere Resilienz und die langfristige Bodenqualität einbezieht. Der DOK-Versuch macht deutlich: Ertrag allein ist kein ausreichender Massstab für Leistungsfähigkeit.

Messbare Wirkung

Aus biodynamischer Sicht bestätigt der Versuch einen zentralen Grundsatz: Landwirtschaft ist mehr als Produktion. Sie ist ein lebendiger Organismus, in dem Boden, Pflanzen, Tiere und Menschen in Beziehung stehen. Präparate, vielfältige Fruchtfolgen und eine enge Kreislaufwirtschaft sind keine Ideologie, sondern zeigen konkrete Wirkung – messbar und reproduzierbar.