Das diesjährige Imker*innen-Jahrestreffen wurde von Martin Dettli und Alex Hanselmann organisiert. Es fand in Untervaz bei Alex Hanselmann statt. Die Teilnehmenden setzten sich aus Imker*innen mit und ohne eigenen Betrieb zusammen.
Im ersten Teil wurde ausführlich besprochen, was genau unter Brutentnahme zu verstehen ist und wie sich verschiedene Vorgehensweisen auf das Bienenvolk auswirken. Es wurde festgehalten, dass keine der anwesenden Imker*innen die Brutentnahme anwendet. Daher wird empfohlen, sie aus den Richtlinien zu streichen und die Empfehlung an die KfR weiterzuleiten. Auch der Drohnenschnitt wurde beleuchtet. Anschliessend wurde das Bannwabenverfahren genauer erklärt. Dabei wurde deutlich, dass der Aufwand und die Wirksamkeit stark von der Höhenlage des Bienenstandorts abhängen. Als Vorteile wurden gewisse Möglichkeiten zur Varroa-Kontrolle ohne Säuren genannt, als Nachteil jedoch die Störung des Bienenvolks durch das Herausnehmen und Einsetzen von Waben. Zudem wurde auf die Richtlinie hingewiesen, dass der Wabenbau grundsätzlich in sich bestehen bleiben soll. Ziel bleibt, dass verschiedene Verfahren weiterhin angewendet werden dürfen, einschliesslich der Säurebehandlungen.
Zum Königinnenkäfig berichteten einige Teilnehmende von ihren Erfahrungen. Das Verfahren zielt auf eine vorübergehende Brutfreiheit, um anschliessend eine minimale Oxalsäurebehandlung durchführen zu können. Die Methode gilt als schonend und kann auch im Honigraum angewendet werden, der Honigraum wird dann selbstverständlich vor der Oxalsäurebeahndlung weggenommen. Es wurden verschiedene Varianten vorgestellt, wobei die Eingriffe je nach Vorgehen unterschiedlich stark ausfallen.
In der allgemeinen Diskussion wurde betont, dass unterschiedliche Betriebsweisen möglich bleiben sollen und es Interpretationsspielräume braucht. Starre Regeln wurden als nicht zielführend bezeichnet. Der Vormittag schloss mit einer Besichtigung des Honigraums sowie einem gemeinsamen Mittagessen.
Aktuelle Themen und Präparate
Am Nachmittag, nach der Besichtigung der Bienenstöcke, wurden die Themen «Impfung von Bienen» und der One Health Ansatz der WHO aufgegriffen und gemeinsam diskutiert, bevor das Gespräch zu den Präparaten überging. Zu Beginn wurde besprochen, wie diese in die imkerliche Arbeit eingebunden werden können. Viele Teilnehmende wenden die Präparate einmal jährlich am Winterstandort an, insbesondere die Präparate 500 und 501. Dabei wurde unterschieden zwischen der Wirkung auf die Bienen und derjenigen auf den Ort selbst. Mehrere Personen berichteten, dass sie durch die Arbeit mit den Präparaten die Landschaft um ihren Bienenstand intensiver wahrnehmen und neue Zusammenhänge entdecken, denn Bienen leben immer in einer Landschaft und nicht nur in einem Kasten. Das Ausbringen der Präparate sei daher in erster Linie eine Arbeit an der Umgebung. Je nach Klima und Standort kommen unterschiedliche Präparate zum Einsatz: In sonnigen Lagen wird eher das Hornmistpräparat verwendet, in schattigen Gegenden das Kieselpräparat. Mehrere Teilnehmende beschrieben das Rühren und Ausbringen der Präparate als meditative Tätigkeit, die Ruhe und Achtsamkeit fördert. Ergänzend wurde über die Zusammensetzung und Herstellung der Präparate gesprochen, insbesondere über die Bedeutung der Hörner und die Einflüsse der Verdauungszyklen bei Rindern.
In der Praxis beziehen die meisten Imker*innen ihre Präparate von der Goetheanumgärtnerei. Einige sind in Präparategruppen organisiert, in denen die Präparate gemeinsam hergestellt werden. Diese Gruppen dienen nicht nur der praktischen Arbeit, sondern auch dem geistigen und sozialen Austausch. Mehrere Teilnehmende betonten, dass die Arbeit mit den Präparaten für sie eine innere und geistige Bedeutung hat.
Abschluss und Ausblick
Allgemein wurde die Bedeutung des persönlichen Austauschs betont, da gegenseitiges Zuhören und direkte Begegnungen als zentrale Grundlage für Weiterentwicklung und Zusammenarbeit angesehen werden. Zum Abschluss fand eine angeregte Diskussion über die anthroposophischen Grundlagen und die Bedeutung des geistigen Studiums statt.