Glück für Kälber von Milchkühen

Damit eine Kuh Milch geben kann, muss sie jedes Jahr ein Kalb zur Welt bringen. Diejenigen weiblichen Kälber, die später Milchkühe werden, bleiben zur Aufzucht auf dem Hof oder werden auf einem Partner-Hof grossgezogen, bis sie für die erste Kalbung wieder zurück auf den Geburtshof gehen. Was aber passiert mit den übrigen Kälbern?

Mit dem Projekt «Rind im Glück» kümmern sich Demeter- Milchwirtschaftsbetriebe um jene Kälber, die später keine Milchkühe werden können. Das Ziel ist ein verantwortungsvoller Umgang mit den Kälbern aus der Demeter-Milchproduktion.

Kälber aus dem Projekt «Rind im Glück» bleiben in mutter- oder ammengebundener Haltung so lange auf dem Geburtsbetrieb, bis sie stark genug sind und nicht mehr mit Milch versorgt werden müssen. Das bedeutet, sie dürfen in dieser Zeit ihre Milch direkt ab dem Euter trinken, entweder bei der Mutter oder bei einer Ammenkuh. Der Verbleib auf dem Geburtsbetrieb und die artgerechte Milchaufnahme am Euter sind die besten Voraussetzungen dafür, dass sie sich gesund entwickeln und keine Antibiotika brauchen. Die Milch, die die Kühe über den Bedarf der Kälber auf dem Betrieb hinaus geben, fliesst in Demeter-Milchprodukte.

Nach drei bis fünf Monaten ist der Zeitpunkt erreicht, an dem die Kälber nicht mehr auf Milch angewiesen sind: Sie sind alt genug, um sich mit Raufutter zu ernähren. Nach der Abtränkphase leben die Jungtiere entweder weiterhin auf dem Geburtsbetrieb oder sie wechseln auf einen anderen Demeterbetrieb. Die Tiere werden dort in die Herde integriert.

Das Projekt «Rind im Glück»

  • Das Kalb der Milchkuh verbringt die ersten drei bis fünf oder mehr Monate auf dem Geburtsbetrieb oder auf einem Ammenbetrieb. Es darf seine Milch direkt vom Euter aufnehmen und geht von Beginn an mit auf die Weide.
  • Die abgetränkten Kälber, die nicht zu Milchkühen werden oder für Kalbfleisch geschlachtet werden, gehen als sogenannte Remonten mit vier bis fünf Monaten und erstarktem Immunsystem vom Milchbetrieb auf einen Weidebetrieb.

Und das bewirkt das Projekt «Rind im Glück»

  • Die Kälber von Milchbetrieben können sich artgerecht ernähren und beim Kontakt mit den erwachsenen Kühen das Sozialverhalten in der Herde besser erlernen.
  • «Rind im Glück» ist ein Beitrag zur Senkung des Antibiotikaverbrauchs in der Fleischproduktion durch ein gestärktes Immunsystem der Kälber.
  • Weibliche und männliche Milchrassenkälber, die nicht für die Nachzucht benötigt werden, bleiben auf Demeter- oder Biobetrieben und erhalten ebenfalls betriebseigenes Futter, das zur Hauptsache aus Gras, Heu und Silage besteht.
  • Mit dem Projekt wird die bisher meist gängige Praxis gebrochen, bei der Kälber, die nicht nachgezogen wurden, möglichst jung schon auf einen Mastbetrieb kamen, meist auf konventionelle Betriebe.
  • Wesensgemässe Haltung garantiert hohes Tierwohl: Dies bedeutet zum Beispiel, dass die Tiere ihre Hörner behalten und die Tiere das ganze Jahr über Auslauf im Freien haben.
BetriebWebsiteOrt
Betriebsgemeinschaft Les Converswww.lesconvers.ch2616 Renan
Bigler Maier Alexandra & MartinKontakt3113 Rubigen
Bio-Böhler | Familie Böhlerwww.bioboehler.ch5465 Mellikon
Biohof Wingey | Beat und Caroline Wüthrichwww.wingey.ch/3555 Trubschachen
Bolderhof | Doris und Heinz Morgeneggwww.bolderhof.ch8261 Hemishofen
Bruggenhof | Rebecca und Valentin Knauswww.bruggenhof.ch9122 Mogelsberg
Buechehof www.buechehof.ch4654 Lostorf
Burri-Kunz Urs und AnitaKontakt6154 Hofstatt
Felder Marcel Kontakt6274 Eschenbach
FiBL-Hof "zur Linde" | Anna & Gerhard Hofstetter www.fibl-hof-zur-linde.ch5070 Frick
Gäumann Michael Link3510 Häutligen
Gut Rheinau GmbH | Andreas Wällewww.gutrheinau.ch8462 Rheinau
Hof am Stei | Anno lutke Schipholtwww.hof-am-stei.ch/8225 Siblingen
Hofgemeinschaft Ratzenbergli | Benjamin Panterwww.ratzenbergli.ch/3087 Niedermuhlern
Hofstetter Florian & Wenger BiancaKontakt3555 Trubschachen
Natürlich Schwarz | Timon Schwarznatuerlich-schwarz.ch8274 Tägerwilen
Oberoppiker Biohof | Christine Köllabioundmehr.ch9565 Oppikon
Randenhof | Sharmila und David Stutzwww.randenhof.ch8225 Siblingen
Schneider Claudia und Glauser Bendicht Kontakt3111 Tägertschi
Stiftung Humanushauswww.humanushaus.ch3075 Vielbringen

(Liste in Bearbeitung)

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