Weniger Junkfood, dafür mehr Gemüse in der Küche: Aus einem eigenen Bedürfnis machten Väter ein Geschäft – und gründeten das Label «frishling», unter dem sie vorgegartes Gemüse und Getreide verkaufen.

Biobauer Klaus Böhler (l.) und Unternehmensberater Heinz Lang auf dem Biohof in Seuzach. Koch Michael Uhr fehlt. Foto: Marc Dahinden

Der Landbote, 7. 2. 2020, Nadja Ehrbar

Es ist Mittag, kurz vor 12 Uhr, die Kinder kommen gleich nach Hause und Vater Heinz Lang hat noch nichts gekocht. «Ich stand oft vor der Herausforderung, etwas Gesundes und Feines auf den Tisch zu bringen, doch Zeit hatte ich keine», sagt der 47-Jährige. «Geschweige denn frische Zutaten.»

So kam der Winterthurer Unternehmensberater und Umweltnaturwissenschafter auf die Idee, Gemüse, Getreide und Hülsenfrüchte auf Vorrat zu garen. Und zwar mit einem in der Gastronomie weit verbreiteten Verfahren, dem sogenannten Sous-vide-Garen. Auf die Methode gebracht hatte ihn sein Schwager Michael Uhr. Der 35-Jährige ist Koch, wohnt in Seuzach und ist ebenfalls Vater.

Heinz Lang, Unternehmensberater und «frishling»-Gründer aus Winterthur

«Ich wollte etwas Gesundes, doch zum Kochen hatte ich keine Zeit.»

Das schonende Sous-vide-Garen von Grünerbsen. Foto: PD

Die Rohstoffe werden vakuumverpackt und im Beutel bei relativ niedrigen Temperaturen schonend im Wasserbad oder Dampf gegart und dann schockartig abgekühlt. So werden Vitamine und Mineralstoffe nicht ausgeschwemmt, Aromen und Farben bleiben weitgehend erhalten. «Die Produkte sind vier Wochen haltbar», sagt Lang. Und dies, obwohl sie weder Konservierungsstoffe, Gewürze noch sonstige Zusätze enthalten. …

… Die Rohstoffe oder zumindest einen Teil davon liefert Demeterbauer Klaus Böhler aus Seuzach. Der Rest kommt von anderen Bio-Landwirten. Lang kennt den 44-jährigen Böhler, auch er ein Vater, seit einigen Jahren. Die beiden wollten schon länger ein hochwertiges, innovatives Bioprodukt auf den Markt bringen. Doch bis vor Kurzem hatte das nicht geklappt.

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